Europatag 2026 an der Friedrich-List-Schule: Europa hautnah erleben

Saarbrücken, 27. April 2026 – Unter dem Motto „Aus Geschichte lernen – Europas Zukunft gemeinsam leben“ veranstaltete die Friedrich-List-Schule Saarbrücken einen abwechslungsreichen Europatag mit zahlreichen hochkarätigen Programmpunkten. Schülerinnen und Schüler erhielten dabei spannende Einblicke in die Geschichte Europas anhand zweier bedeutender Persönlichkeiten, Konrad Adenauer und Helmut Kohl, die den Weg für die Entwicklung von der Montanunion zur EU und den Weg zur deutschen Einheit geebnet haben. Darüber hinaus ging u. a. die saarländische EU-Abgeordnete Manuela Ripa auf die politische Arbeit auf europäischer Ebene ein und diskutierte mit Schülerinnen und Schülern über aktuelle politische Themen.
Den Auftakt bildete ein virtueller Rundgang durch das Konrad-Adenauer-Haus in Rhöndorf, der online per Teams durchgeführt wurde. Die Teilnehmenden konnten dabei das Wohnhaus, den Garten sowie zentrale Ausstellungsbereiche erkunden und erhielten anhand originaler Dokumente und Abschriften einen eindrucksvollen Einblick in das Leben und Wirken des ersten Bundeskanzlers. Besonders hervorzuheben war die interaktive Gestaltung: Durch gezielte Fragen wurden die Schülerinnen und Schüler aktiv eingebunden und konnten sich intensiv mit Adenauers Beitrag zur Demokratie und zur europäischen Einigung auseinandersetzen.
Parallel dazu fanden mehrere Fachvorträge statt. Im Vortrag „Von der Teilung zur Einheit“ wurde die historische Rolle Helmut Kohls bei der deutschen Wiedervereinigung von Benjamin Haase beleuchtet. Dabei wurde insbesondere die Bedeutung der deutsch-französischen Versöhnung für den europäischen Einigungsprozess herausgestellt. Die Bundeskanzler-Helmut-Kohl-Stiftung verdeutlicht in ihren Bildungsangeboten die zentralen Stationen der deutschen Nachkriegsgeschichte sowie den Weg zur Einheit eindrucksvoll und multimedial mit Originalen aus dem Bundesarchiv.
Ein weiterer Programmpunkt widmete sich der Geschichte der Europäischen Union seit der Ära Adenauer. In Zusammenarbeit mit der Konrad-Adenauer-Stiftung erhielten die Schülerinnen und Schüler einen fundierten Überblick über die Entwicklung Europas – von der Montanunion bis hin zu aktuellen politischen Herausforderungen. Dabei wurde deutlich, dass die europäische Integration vor allem aus dem Wunsch nach Frieden, wirtschaftlicher Zusammenarbeit und gemeinsamer Verantwortung entstanden ist  .
Ein besonderes Highlight stellte die Podiumsdiskussion mit der Europaabgeordneten Manuela Ripa dar. In einem offenen Austausch beantwortete sie zahlreiche Fragen der Schülerinnen und Schüler zu ihrem persönlichen Werdegang, ihrer politischen Arbeit und aktuellen Herausforderungen innerhalb der Europäischen Union. Sie berichtete eindrucksvoll über parteipolitische Hürden, die es im politischen Alltag zu überwinden gilt, sowie über ihren Einsatz im Bereich Tier- und Umweltschutz. So erläuterte sie unter anderem konkrete Maßnahmen zur Entlastung von Tierheimen, etwa durch die Einführung einer verpflichtenden Kennzeichnung und Registrierung von Haustieren.
Darüber hinaus gab sie praxisnahe Einblicke in den komplexen Entstehungsprozess von EU-Gesetzen und machte deutlich, wie wichtig Durchhaltevermögen, Werteorientierung und Engagement für politische Arbeit sind. Besonders motivierend waren ihre Ratschläge an junge Menschen, sich aktiv in politische Prozesse einzubringen und Verantwortung zu übernehmen.

Abgerundet wurde der Europatag durch den Vortrag „Hand in Hand für Europa“ von Benjamin Haase, der erneut die enge Verbindung zwischen Deutschland und Frankreich sowie deren zentrale Rolle für die europäische Integration in den Fokus stellte.
Der Europatag an der Friedrich-List-Schule zeigte eindrucksvoll, wie politische Bildung lebendig gestaltet werden kann. Durch die Kombination aus historischen Einblicken, digitalen Formaten und persönlichem Austausch mit politischen Entscheidungsträgern wurde Europa für die Schülerinnen und Schüler greifbar und erfahrbar gemacht.
Fazit: Die Veranstaltung leistete einen wichtigen Beitrag zur Förderung demokratischer Kompetenzen und zur Stärkung des europäischen Gedankens – ganz im Sinne einer aktiven und verantwortungsbewussten Bürgerschaft.

Text: Markus Greulich

Foto: FLS

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