Am 8. Mai 2026 begrüßten Frau Heike Winzent, Präsidentin des saarländischen Landtages und Herr Reinhold Jost, Innenminister des Saarlandes, rund 50 Schülerinnen und Schüler der Friedrich-List-Schule zur Veranstaltung „Haltung zeigen“.
Nach beeindruckenden Grußworten von Frau Winzent und Herrn Jost wurde ein Theaterstück aufgeführt, das sich dem Leben Richard Henkes widmete, einem Pallottinerpater, der sich für die Würde jeden Menschen einsetzte und im Kampf gegen den Nationalsozialismus kämpfte. Er stellte sich mutig gegen das nationalsozialistische Regime und wurde 1943 wegen seiner kritischen Predigten verhaftet und in das Konzentrationslager Dachau gebracht.
Dort kümmerte er sich trotz großer Gefahr um kranke Mithäftlinge, besonders während der dort wütenden Typhus-Epidemie. Trotz Impfung infizierte er sich selbst und starb im Februar 1945 in Dachau. „Einer muss ja die Wahrheit sagen“ war ein prägender Spruch von ihm. Das Stück befasste sich intensiv mit seiner Angst, seiner Entschlossenheit, Überzeugung und auch Kompromisslosigkeit. 2019 wurde Richard Henkes seliggesprochen.
Im Anschluss an das Theaterstück wartete auf die Schülerinnen und Schüler noch die Ausstellung „Haltung heute“. Die Schülerinnen und Schüler konnten sich mit mehreren interaktiven Stationen, die zentrale Lebensfragen und Haltungen thematisierten, auseinandersetzen.
Haltung zu zeigen ist heute anders als damals, hat jedoch nichts von seiner Bedeutung und Wichtigkeit verloren. Der 8. Mai erinnert uns jedes Jahr an das Ende des Zweiten Weltkriegs und an die Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus. Er mahnt uns zugleich, Verantwortung für Demokratie, Menschlichkeit und Freiheit zu übernehmen. Gerade heute zeigt sich, wie wichtig es bleibt, Haltung zu zeigen, gegen Ausgrenzung und Hass einzustehen und die Werte zu verteidigen, für die Menschen wie Richard Henkes ihr Leben riskierten. Als Mitglied des Netzwerkes „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ bezieht die Friedrich-List-Schule klar Stellung für Toleranz, Respekt und Vielfalt.
Text: Jana Heinz
Foto: Landtag