Konsum auf Kredit: Heute kaufen, morgen zahlen – und übermorgen bereuen?

Am 25. Februar 2025 widmete sich die Friedrich-List-Schule in Saarbrücken einem wichtigen Thema aus der Finanzbildung, insbesondere für junge Konsumenten: Buy now – pay later. Es ging um Chancen und Risiken moderner Zahlungsmodelle wie beispielsweise Klarna und PayPal. In einer Zeit, in der digitale Konsumangebote und flexible Bezahloptionen zum Alltag junger Menschen gehören, bot die Veranstaltung den Schülerinnen und Schülern des Bereiches Büromanagement einen differenzierten Einblick in ein System, das gleichermaßen Verlockung und Gefahr in sich birgt.
Herr Lukas Tafreshi, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Saarbrücken, gewährte den Schülerinnen und Schülern Einblicke in die Mechanismen hinter – Buy now – pay later-Angeboten. Dabei machte er deutlich, wie scheinbar geringfügige Beträge durch wiederholte Nutzung und mangelnde Übersicht rasch anwachsen können. Besonders eindringlich schilderte er, wie sich aus kleinen, zunächst harmlos wirkenden Beträgen eine finanzielle Belastung entwickeln kann, die für junge Menschen nicht selten in eine sogenannte Schuldenfalle mündet. Mit praxisnahen Beispielen und klaren Handlungsempfehlungen sensibilisierte er die Teilnehmenden für einen reflektierten Umgang mit digitalen Zahlungsmöglichkeiten und betonte die Bedeutung unabhängiger, finanzieller Bildung.
Die Schülerinnen und Schüler zeigten sich interessiert und diskussionsfreudig. Viele berichteten von eigenen Erfahrungen mit Onlinekäufen und Apps wie Klarna und PayPal. Die Veranstaltung schuf auch einen Raum für die kritische Auseinandersetzung mit Konsumverhalten, finanzieller Verantwortung und den subtilen Strategien moderner Anbieter. Herr Tafreshi wies auch mehrfach auf die „Hedonistische Tretmühle“ hin, was in diesem Kontext bedeutet, dass die Konsumgüter das Wohlbefinden nur für eine kurze Zeit positiv beeinflussen, ein Gewöhnungseffekt stellt sich rasch ein. „Anbieter solcher Geschäftsmodelle – egal ob legal oder betrügerisch – haben kein Interesse daran, eine Geldnot zu lindern. Das Interesse ist immer wirtschaftlicher Natur.“
Begleitet wurde das Geschehen von einem Fernsehteam, das die Veranstaltung dokumentierte. Der daraus entstehende Beitrag wird in der Sendung Plusminus ausgestrahlt und damit ein breiteres Publikum für die Problematik sensibilisieren.
Die Friedrich-List-Schule, die seit Beginn dieses Schuljahres als „Verbraucherschule gold“ ausgezeichnet wurde, setzt damit bewusst auf lebensnahe Bildung. Regelmäßig greift sie Themen des Alltags auf, die für die Schülerinnen und Schüler von unmittelbarer Bedeutung sind und ihre Handlungskompetenz im späteren Leben stärken. Die Veranstaltung zum Thema „Buy now, pay later“ fügt sich in das pädagogische Konzept ein und verdeutlicht den Anspruch der Schule, junge Menschen nicht nur fachlich, sondern auch im verantwortungsvollen Umgang mit Konsum und Finanzen zu begleiten.

Text: Jana Heinz

Foto: FLS

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